Heartfields Adressbücher

Adressbücher sind wie ein Atlas des Beziehungsgeflechtes ihrer Besitzer. So auch die zwei Adressbücher, die im Archiv der Akademie der Künste von John Heartfield überliefert sind. Neben prominenten Freunden und Kollegen wie Johannes R. Becher, George Grosz, Hermann Henselmann und Stefan Heym listen sie gleichberechtigt den Friseur, die Apothekerin sowie die Gärtnerei auf.  

Adressbuch
Michael Krejsa, Leiter des Archivs Bildende Kunst , der Akademie der Künste spricht die einleitenden Worte.

Michael Krejsa, Leiter des Archivs Bildende Kunst in der Akademie der Künste konnte fast 45 Gäste begrüßen und sie zu einer Exkursion durch das Leben John Heartfields anhand der Adressbücher einladen. Die beiden Adressbücher stammen aus der Zeit nach 1950.

Handschriftliches Telefonverzeichnis Heartfields, Leipzig und Berlin, ab ca. 1951, Foto: Akademie der Künste, Berlin, John-Heartfield-Archiv

Christine Fischer-Defoy ist bei der Erforschung dieser Adressbücher. Zu den verzeichneten Personen sucht sie nach der Art der Verbindung, nach bestehender Korrespondenz zwischen John Heartfield und der Person. Dokumente, Briefe gibt es von den oben genannten, aber auch von Franz und Cläre Jung und vielen anderen. Christine Fischer-Defoy ist noch mittendrin in der Erforschung. Zu allen Personen sucht sie biographische Erklärungen sowie Hinweise, in welchem Verhältnis sie zu John Heartfield standen. Die Adressbücher von Walter Benjamin, Hannah Arendt und Paul Hindemith hat sie bereits erforscht und die Ergebnisse in Buchform veröffentlicht. Vielleicht können wir im nächsten Jahr solch ein Adressbuch von John Heartfield in Händen halten.

Adressbuch
Christine Fischer-Defoy berichtet über Personen, die im Adressbuch verzeichnet sind.

Der Vortrag wurde musikalisch begleitet. Christian Kesten hat Performance und Gesang vorbereitet, aber Freitagabend stand fest, er kann aus gesundheitlichen Gründen nicht kommen. Was nun? Helmut Oehring (Komponist, Akademie und Freundeskreis Mitglied) hat sich ans Telefon gesetzt und Ersatz gesucht. Und zum Glück: Stefan Körbel hat zugesagt und die Schwierigkeit gemeistert unsere speziellen Musikwünsche zu erfüllen. Vertonte Gedichte aus Brechts Hauspostille waren zu hören, Musik von Eisler, Dessau und Weil. Unser herzlicher Dank gilt Stefan Körbel, der sehr zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen hat.

Wir hoffen, dass Christian Kesten im nächsten Jahr sein vorbereitetes Programm zeigen kann.

Adressbuch
Stefan Körbel mit Liedern von Brecht u. a.

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