John Heartfield in Waldsieversdorf

Seit 2003 gab es in Waldsieversdorf die ständige Ausstellung von Reprints der wichtigsten Fotomontagen, die in der AIZ als Titelbild erschienen sind. Foto: Reisepass der CSR, Prag 1938, Heartfield-Archiv der AdK

Seit 1997 haben sich die Waldsieversdorfer intensiv bemüht die Erinnerung an John Heartfield und das John-Heartfield-Haus zu bewahren.
Ungeklärte Eigentumsverhältnisse – es bestanden Rückübertragungsansprüche – verhinderten zunächst die Nutzung des Hauses.

2003 wurde das Sommerhaus und das Kinderhaus unter Denkmalschutz gestellt. In diesem Jahr gründete sich auch der Freundeskreis John Heartfield – Waldsieversdorf e. V. und es wurde in der ehemaligen Schule die ständige Ausstellung

„John Heartfield, Politische Satire 1929-1942, Ein Künstler im Kampf gegen Nationalsozialismus und Krieg“

eröffnet. Im gleichen Jahr wurde der Wanderweg am Ostufer des Großen Däbersees, der auch am Heartfield-Grundstück vorbeiführt, als
„John-Heartfield-Steig“ getauft.

Der John-Heartfield-Steig wird festlich eröffnet. Der Neffe George Wyland und der Enkel Bob Sondermeijer mit Frau sind zu Gast.

In den folgenden Jahren organisierte der Freundeskreis  mehrere Veranstaltungen.
So wurden Filme über das Wirken John Heartfields gezeigt, Zeitzeugen eingeladen und Lesungen durchgeführt.

2008 war es endlich soweit. Die Gemeinde konnte das Grundstück erwerben.
Das John-Heartfield-Haus ist seitdem eine Gedenk- und Begegnungsstätte für den Fotomontage-Künstler John Heartfield.

Im 2010 sanierten Haus kann man sich jetzt über Leben und Wirken John Heartfields informieren. Das Kaminzimmer wurde weitestgehend original  eingerichtet, im ehemaligen Schlafraum und der Küche finden Ausstellungen statt und es werden Reprints seiner berühmten Fotomontagen gezeigt.

Der Freundeskreis hat 2010 offiziell die Nutzung des Hauses übernommen, öffnet das Haus von Mai bis Anfang Oktober an den Wochenenden und organisiert Veranstaltungen. Es erfolgt eine enge Zusammenarbeit mit der  Akademie der Künste.

Sommerhaus mit Brunnen und Torso

 

Das neue Buntbuch können sie auch im John-Heartfield-Haus erwerben.

Das neue Buntbuch können sie auch im John-Heartfield-Haus erwerben.

Im Mai 2013 ist ein kleines Buch über John Heartfield in Waldsieversdorf  in der Reihe der Frankfurter Buntbücher, die von Hans Jürgen Rehfeld und Wolfgang de Bruyn, Direktor des Kleistmuseums Frankfurt (Oder) herausgegeben werden, erschienen. Der Autor dieses Heftes ist der Leiter des Archivs der Bildenden Kunst der Akademie der Künste Michael Krejsa. Im Mittelpunkt des Buches steht der Mensch John Heartfield, der 1953 erstmals in die Märkische Schweiz kam.


John Heartfield. Das Berliner Adressbuch 1950–1968
Im Auftrag der Akademie der Künste herausgegeben von Christine Fischer-Defoy und Michael Krejsa 200 Seiten, 91 Abbildungen, Hardcover, Preis: € 18,00 (D)
Verlag für Berlin-Brandenburg / Quintus

Das im Archiv der Akademie der Künste, Berlin überlieferte Adressbuch des Fotomonteurs, Plakatkünstlers, Bühnenbildners und Buchgestalters John Heartfield benutzte dieser seit seiner Rückkehr aus dem Londoner Exil in die DDR, also zwischen 1950 und seinem Tod 1968. Es stammt somit aus einer für viele „West-Emigranten“ in
der DDR schwierigen Zeit. Die Adressbucheinträge reichen von Tierärzten und Hundepensionen über Fotolabore und Druckereien, Theater und Buchhandlungen, Mitglieder aus der Akademie der Künste, Freunde und Kollegen aus West-Berlin und
dem Londoner Exil, bis zum ZK der SED und der DDR-Regierung.
Zu vielen Einträgen finden sich im John-Heartfield-Archiv der Akademie der Künste noch unveröffentlichte Korrespondenzen und Fotografien, die eine profunde Kommentierung ermöglichen. Auszüge aus dem Adressbuch werden um biografische Anmerkungen, Anekdoten und Briefzitate von etwa 120 Adressatinnen und Adressaten bereichert –
von Becher und Brecht über Havemann und Heym bis zu Piscator und Seghers. So entsteht ein detailreiches Bild der Lebens- und Arbeitssituation Heartfields in der DDR.