John Heartfield
Biographie 1950 - 1968
Leipzig, Berlin und Waldsieversdorf
| 1950 |
Bemühungen um Heartfields Rückreise werden angesichts des Kalten Krieges zwischen Ost und West immer problematischer. Besonders groß ist das Misstrauen der DDR-Regierung gegenüber allen Emigranten, die noch so "spät" aus dem westlichen Exil heimkehren wollen. Heartfield gelingt es, mit Gertrud Fietz nach Leipzig zurückzukehren. Hier beginnt die zeitweilige Zusammenarbeit der Brüder als "Werkstatt: H & H" unter anderem für Theater und Verlage der DDR. |
| 1951 - 1953 |
Ein Beschluss der Zentralen Parteikontrollkommission der SED verdächtigt alle "Westemigranten" - unter ihnen auch die Brüder Herzfelde - "verräterischer Verbindungen" zu westlichen Geheimdiensten. Heartfield erleidet seinen ersten Herzinfarkt. Die zum 60. Geburtstag vom späteren Kulturminister Johannes R. Becher angekündigte Heartfield-Ausstellung findet nicht statt. Ein Partei-Wiederaufnahmeverfahren wird wie die Aufnahme in die Deutsche Akademie der Künste (DDR) abgelehnt. 1952 Heirat mit Gertrud Fietz. Gemeinsame Arbeit mit ebenfalls von Parteibeschlüssen bedrohten Künstlern wie Wolfgang Langhoff und Betty Loewen in Nikolai Pogodins Stück "Das Glockenspiel des Kreml" (Deutsches Theater). Zweiter Herzinfarkt in Leipzig mit anschließendem Krankenhausaufenthalt bis zum Mai 1953. Heartfield besucht auf Empfehlung von Bertolt Brecht die Märkische Schweiz und verbringt seither seine Sommerurlaube in der Turmvilla in Waldsieversdorf. |
| 1954 |
Wiederaufnahme der Arbeit für Berliner Theater (Kammerspiele und Berliner Ensemble). Stefan Heym fordert öffentliche Anerkennung der künstlerischen Arbeit von John Heartfield. |
| 1956 |
Die Veränderungen in der UdSSR nach dem Tode Josef Stalins (1953) bewirken in der DDR mit einiger Verspätung die Zurücknahme der Beschlüsse zu den Parteiverfahren ehemaliger "Westemigranten". Es folgt die verdiente künstlerische und politische Anerkennung der Brüder Herzfelde. Heartfield wird im Oktober zum Ordentlichen Mitglied der Deutschen Akademie der Künste gewählt, auch seine Parteimitgliedschaft gilt nun als ununterbrochen. |
| 1957 |
Erste umfassende Heartfield-Ausstellung in der DDR in der Akademie der Künste "John Heartfield und die Kunst der Fotomontage". Nach dem Umzug von Leipzig nach Berlin erwirbt Heartfield ein Grundstück in Waldsieverdorf und errichtet hier ein Sommerhaus, in dem er fortan mit seiner Frau die Sommermonate verbringt. Chinareise und Nationalpreis II. Klasse für Kunst und Literatur der DDR, in Moskau erhält er einen Teil der wieder aufgefundenen Werke seiner Moskauer Ausstellung von 1931 zurück. |
| 1958 - 1967 |
Ausstellungen u. a. in der DDR, CSSR, Großbritannien, Italien, Ungarn, Schweden, Schweiz und Westberlin. Erster Film über John Heartfield (DEFA), eine umfassende Heartfield-Monografie erscheint. Verleihung des Professorentitels und anderer Auszeichnungen. Legalisierung des Pseudonyms "John Heartfield". |
| 1968 |
Nach schwerer Erkrankung stirbt John Heartfield am 26. April in Berlin und wird auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof beigesetzt. Dem Testament folgend wird ein Archiv für seinen künstlerischen und schriftlichen Nachlass an der Akademie der Künste eingerichtet. |
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vgl. hierzu auch: Petra Albrecht und Michael Krejsa In: "John Heartfield", hrsg. von Peter Pachnicke und Klaus Honnef, New York 1992.
1891 - 1916 Kindheit, Jugend, Ausbildung, Militärdienst
1917 - 1932 Wirken in Deutschland
1933 - 1949 Exil in Prag und London
1950 - 1968 Leipzig, Berlin und Waldsieversdorf
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